RESEARCH Analysis

2016: N26 goes premium


Jan. 19, 2019


Zweiter Teil einer Serie über N26. Dieser Teil beschreibt 2016. Er zeigt, dass N26 schnell agierte, Ankerprodukte entwickelte, im kleinen Stil innovierte und begann, kostenpflichtig zu werden.

Erster Teil: N26 2013 - 2015: Schneller und mutiger Disruptor


Inhalt

  • 2016: Verdreifachung der Kunden, Finanzierung und 15 Millionen Euro Verlust
    • Finanzierung und IBB-Förderungen
    • Neue Produkte im Monatstakt
      • Juli: Banklizenz, N26 Invest und N26 Flex
      • Siri-Integration und neue Kontoarten
    • Expansion
    • Produktlimitierungen und Kündigungen
    • Mehrere Sicherheitslücken in N26s Systemen
    • Internationale und nationale Konkurrenz wird stärker
    • Fazit
      • Ankerprodukte und Produktpflege
      • N26 wird kostenpflichtiger und premium

2016: Verdreifachung der Kunden, Finanzierung und 15 Millionen Euro Verlust

2016 verdreifachte N26 ihre Kunden fast. Im Dezember 2015 hatten sie 80.000 und im Juni 2016 200.000. Zudem bekam N26 ein Investment von über 40 Millionen US-Dollar.

Weiters brachte N26 neue Produkte heraus (Ankerprodukte als auch Produktpflege) und kündigte an, weiter in Europa zu expandieren. Jedoch limitierte N26 die Nutzung einiger Produkte. Außerdem hatte N26 technische Sicherheitslücken und die Konkurrenz wuchs stärker.

Der Jahresfehlbetrag betrug ca. 14,7 Millionen Euro. 2015 waren es ca. 4,7 Millionen Euro.

Finanzierung und IBB-Förderungen

IBB förderte N26 mit 700.000 Euro. Das Geld war für den Ausbau von N26s Software zur Betrugsprävention bestimmt.

Zusätzlich sammelte N26 40 Millionen US-Dollar ein.

Mit den zehn Millionen Euro aus 2015, kam N26 auf eine Gesamtfinanzierung von ca. 45 Millionen Euro.

Neue Produkte im Monatstakt

NUMBER26 verdeutlichte 2016, dass sie eine Plattform werden wollen. Wie 2015 kamen neue Produkte im Monatstakt. Zudem brachte sie drei neue, kostenpflichtige Kontoarten heraus.

  • Im Februar begann N26 mit TransferWise zusammenzuarbeiten. Damit können Kunden “günstig” Geld ins Ausland überweisen
  • Im Juli bekam NUMBER26 eine Banklizenz. Zudem änderte NUMBER26 ihren Namen auf N26.
  • Ebenfalls im Juli startete N26 Invest. Damit können Kunden investieren. Vaamo wickelt N26 Invest ab.
  • Im September kam mit der Siri-Integration eine kleine Neuerung. iPhone-Nutzer können damit per Sprachbefehl anderen Nutzern Geld senden, ohne die N26-App zu öffnen.

Neue, kostenpflichtige Kontoarten

N26 brachte drei neue, kostenpflichtige Kontoarten heraus.

  • Im Juli startete N26 Flex. Es ist ein Konto für Kunden, die “die Mindestanforderungen für die Eröffnung eines N26 Bankkontos” nicht erfüllen.
  • Im Oktober startete N26 Black. N26 Black ist ein Konto für “Weltenbummler”. Das Konto besteht aus einer schwarzen MasterCard und einer Reiseversicherung.
  • Im November startete N26 Business. N26 Business ist ein Konto für Einzelunternehmer.

Expansion

Im Dezember kündigte N26 an, weiter in Europa zu expandieren. Insgesamt war N26 in 17 Ländern aktiv.

Produktlimitierungen und Kündigungen

2015 bat N26 ihre Kunden, nicht so oft Geld abzuheben, weil das für N26 teuer ist. Geld abzuheben werde jedoch kostenlos bleiben, so Gründer Maximilian Tayenthal damals. Denn kostenpflichtige Abhebungen wären “eher der Stil einer traditionellen Bank”. Jedoch limitierte NUMBER26 im März 2016, wie oft Kunden mit CASH26 Geld kostenlos einzahlen können.

Mit CASH26 können Kunden in Geschäften Geld ein- und auszahlen. CASH26 startete 2015.

Zudem kündigte N26 2016 “Hunderte Kunden”.

Wegen den Kündigung wurde N26 kritisiert. U. a., weil sie anfangs nur bedingt erklärten, warum sie die Kunden kündigten:


Wir sind eine der am stärksten wachsenden Girokontoanbieter in Europa. Jeder Kontoanbieter hat im Rahmen der gesetzlichen Voraussetzungen die Möglichkeit Kunden zu kündigen. Auch wir müssen von Zeit zu Zeit Kontoverbindungen auflösen. Die aktuellen ordentlichen Kündigungen betreffen wenige Hundert Konten. Im Verhältnis zu unserem Wachstum ist die Anzahl der Kontokündigungen unwesentlich. Grundsätzlich bedauern wir jede ausgesprochene Kündigung. Jede Kündigung hat einen Grund. Die individuellen Gründe können wir allerdings aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht kommentieren. - mobiFlip


Später entschuldigte sich N26 und erklärte die Kündigungen; Geldwäsche und zu viele Bargeldabhebungen.

Als Folge führte N26 eine Fair-Use-Policy ein. Diese Policy reduzierte u. a. wie oft Kunden kostenlos Geld abheben können.

Mehrere Sicherheitslücken in N26s Systemen

2016 gab es mehrere Sicherheitslücken. Erstens, speicherte N26s Kreditkarte zu viele Informationen. Weiters war es möglich, dass Unbefugte bei einer Überweisung die Empfänger-IBAN änderten. Zudem veröffentlichte der IT-Sicherheitsexperte Vincent Haupert mehrere Sicherheitslücken. Als Folge führte N26 ein Bug-Bounty-Programm ein.

Internationale und nationale Konkurrenz wird stärker

2016 wurde sowohl die nationale als auch internationale Konkurrenz stärker. Mit Yomo startete ein deutscher Konkurrent. In Großbritannien machte Mondo auf sich aufmerksam. U. a. mit einem sehr schnellen Crowdfunding. Zudem sammelte Loot 1,5 Millionen Pfund ein.

Fazit

Wie in den vorigen Jahren, gab es 2016 Muster in N26s Tätigkeiten. Wie in den Vorjahren agierte N26 sehr schnell.

Neu war, dass N26 Ankerprodukte entwickelte und im kleinen Stil innovierte. Zudem begann N26, kostenpflichtig zu werden.

Ankerprodukte und Produktpflege

2016 startete N26 mit Ankerprodukten. Ankerprodukte sind Bankprodukte, die nicht an ein Bankkonto gebunden sind. Banken wie nicht-Banken bieten diese Produkte an (“unbundling”). N26 Invest ist so ein Ankerprodukt.

Im Gegensatz zu den Ankerprodukten, betrieb N26 auch Produktpflege. Beispielsweise mit der Siri-Integration. Solche evolutionären Innovationen wird N26 in den nächsten Jahren öfters entwickeln.

N26 wird kostenpflichtiger und premium

2016 zeigte N26, dass sie sich nicht über Preis differenzieren. So stehen bei N26 Black die Funktionen im Fokus und nicht der Preis.

2015 war N26 “schnell, klar, sicher und komplett kostenlos”.

Bildschirmfoto 2019-01-12 um 13.26.35.png

N26 2015 mit dem Slogan: “Banking, wie es heute sein sollte — schnell, klar, sicher und komplett kostenlos”.
(Teil von N26s Webseite - Stand Januar 2015)

Als N26 limitierte wie oft Kunden Bargeld ein- und auszahlen können (CASH26 und die Fair-Use-Policy), zeigten sie, dass “komplett kostenlos” nicht funktioniert.

Statt “komplett kostenlos” gibt es heute “Keine Kosten für grundlegende Dinge”.

Bildschirmfoto 2019-01-12 um 13.20.57.png

N26 2019: "Keine Kosten für grundlegende Dinge" (N26s Webseite)


Photo by Ameen Fahmy on Unsplash


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